„Ist doch alles nur gelogen?“ – Warum Fakten auch im Wahlkampf eine gute Idee sind

Gerade in der heißen Phase von Wahlkämpfen gehört der „politische Pulverdampf“ zum Alltag. Also die oft heftig artikulierte Mischung aus Versprechungen, großen und kleinen Lügen oder auch öfter als man denkt wirklich ehrlich gemeinten Absichten. Rund um Energiewende und Klimaschutz wird es oft ganz schnell sehr emotional. Gleichzeitig zählen bei harten Gegnern der notwendigen Veränderungen Fakten nichts. Das gilt allerdings nur für einen sehr kleinen, meist sehr lauten oder auch unverschämten Teil der Menschen. Alle anderen kann man sehr wohl auch auf der Vernunftebene erreichen, wenn man Sie ernst nimmt, so wie sie sind und fundierte, überprüfbare Fakten liefert.

Eine solche Faktenquelle ist für mich seit Jahren die Website der Energy Charts, die vom Fraunhofer ISE unter der Führung von Bruno Burger immer weiter entwickelt wird. Und dabei die Realität unseres Energiesystems abbildet. Mithilfe der Website konnte ich skeptischen Beobachtern beispielsweise zeigen, dass Wärmepumpe im Winter nicht „nur mit Kohlestrom“ laufen, sondern auch mit Solarenergie und mit viel Windenergie. Auch kann man zeigen, dass nachts, wenn keine Sonne scheint, der Wind durchaus da ist. Oder dass sich Wind und Sonne sich komplementär gut ergänzen. Oder auch wie die Erzeugungen von Kohle, Gas, Atomkraft variieren und wo die Grenzen der Flexibilität im heutigen System sind.

Sehr emotionale Elemente gibt es, wenn man zeigt, wie hoch der Deckungsgrad von Solar- und Windenergie an immer mehr Tagen ist. Auch über Importe und Exporte kann man sachlicher diskutieren: Die Parolen wie „Kohlestrom aus Polen“ oder „Atomstrom aus Frankreich“ weichen schnell ziemlichem Nachdenken, wenn die Menschen mitbekommen, dass Deutschland noch immer über das Jahr hinweg mehr Strom exportiert als importiert. Mit weiteren Quellen kann man in der Sache sogar noch zeigen, wieviel Geld Deutschland mit dem Export „verdient“.

Ich könnte die Beispiele noch weiter fortsetzen, aber vor allem will ich die Website empfehlen und mich beim Fraunhofer ISE und Bruno Burger einmal mehr für diese gute Arbeit bedanken. Innerhalb unserer Szene kennen ja viele diese Seite, es können aber gerne noch mehr werden, und kräftiges Empfehlen nach draußen ist sicher eine gute Idee. https://energy-charts.info/index.html?l=de&c=DE

Über weitere Fakten und wichtige Entwicklungen im Bereich der innovativen Energiewirtschaft sprechen wir „live und in Farbe“ am 22./23.9.2021 beim „Forum Neue Energiewelt“ – wie 2020 outdoor in Berlin. Mehr dazu finden Sie hier: https://www.forum-neue-energiewelt.de/

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4 Kommentare

  1. Hallo Herr Remmers,
    ich lese immer wieder gerne Ihre Artikel. Eine erholsame Nachricht mit positivem Ausblick, was Photovoltaik und Windkraft schafft und in Zukunft schaffen könnte. Auch wenn sich SPD und CDU abseits der Sonntagsreden dagegen stemmen: Es bewegt sich was, weil viele Menschen im Großen oder im Kleinen anpacken.
    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Meinel

  2. Dem kann ich mich nur von Herzen anschließen! Ich freue mich immer, wenn ich verlässliche Quellen finde, die die Entwicklung der Erneuerbaren Energien am Energiemarkt aufzeigen. Dabei greife ich sehr gerne auf Daten des Fraunhofer ISE zurück. Danke für Ihre Arbeit!

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