Gastbeitrag: Die alte neue Energiewelt oder doch die neue alte Energiewelt?

Gestern habe ich die Solarbranche eingeladen, sich an unserem Ideenwettbewerb zu beteiligen. Hier geht es um die aktive Gestaltung von Rahmenbedingungen in den Ausschreibungsverfahren. Ich habe noch keine Ideen (dafür ist die Einladung wahrscheinlich noch zu frisch) aber viele positive Rückmeldungen erhalten. Allerdings auch einige, die mich hochgradig irritieren.

Zum Beispiel diese hier:

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Was kann ich davon halten?

Erstmals bietet sich uns die Möglichkeit, gehört zu werden bevor EEG-Reformen, Verordnungen etc. von der Politik festgelegt werden. Wir, die Menschen, die in den Unternehmen der Solarbranche arbeiten, können uns erstmals direkt und nicht über Verbände mit unseren eigenen Ideen bereits im Entstehungsprozess einbringen, statt danach zu erklären, was uns alles nicht passt und dass uns niemand zuhört. Für mich klingt das nach gleich zwei Revolutionen in unserer arg gebeutelten Solarbranche.

Ist das zu revolutionär?

Nein, ist es nicht. In unserer Branche arbeiten tausende von Menschen. Sie müssen tagtäglich mit den Auswirkungen politischer Verordnungen umgehen. Einige davon hätten sie sicher besser aufgesetzt, weil sie durch die tägliche Arbeit genau absehen können, welcher Hebel mit hoher Wahrscheinlichkeit welche Wirkung nach sich ziehen wird.

Ich denke, diese Mail erreichte mich von einer dieser ewig gestrigen Personen, die nicht damit klar kommen, dass die Energiewelt einem steten Wandel unterliegt. Und dass dieser Wandel gerade viel mehr Schwung hat, als in den Jahren zuvor. Die Zeiten, in denen Aussagen wie ‚wir müssen die erneuerbaren Energien integrieren‘ an der Tagesordnung waren, sind vorbei. Ich glaube fest daran, dass wir im System denken und eine neue Energiewelt schaffen werden, in der diejenigen, die zurückblicken wie oben im Zitat, die alte Energiewelt sind, und diejenigen, die Ideen entwickeln, Strategien schaffen, den Umbau des Energiesystems vorantreiben die neue Energiewelt. Und ja: die Forumteilnehmer von Vattenfall, E.ON, Innogy und EnBW gehören dazu, denn diese sind es, die an den internen Konzernstrukturen und verfestigten Meinungen rütteln und die neue Energiewelt genauso wie die Mitarbeiter in den Unternehmen der erneuerbaren Energien voran bringen.

Lassen Sie uns gemeinsam die alten Barrieren abbauen. Machen Sie sich Gedanken, wie wir die Ausschreibungen so gestalten können, dass es den erneuerbaren Energien weiteren Auftrieb gibt. Bringen Sie diese Ideen ein und stellen Sie sie auf dem 17. Forum Neue Energiewelt vor. Sprechen Sie dort mit den Kollegen aus den Energiekonzernen und finden Sie heraus, wie diese wirklich ticken.

Ich freue mich darauf, Sie – die neue Energiewelt – im November in Berlin willkommen zu heißen.

Ein Gastbeitrag von Tina Barroso, Prokuristin der Solarpraxis Neue Energiewelt AG und Organisatorin des 17. Forum Neue Energiewelt am 10.-11. November 2016 in Berlin.

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